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Seit unserem letzten Newsletter sind schon zwei Monate ins Land gegangen. Starten wir diesen Newsletter daher mit einem kurzen |
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Rückblick
- Am 18. April fand unser großer Aktionstag Mobilität rund um den Bahnhof Altenahr statt. Wir hatten ein volles Programm mit Vorträgen und Ausstellungen auf die Beine gestellt (siehe Beitrag im Klima-Blog). Vielen Dank nochmals an alle, die tatkräftig zum Gelingen dieses Ereignisses beigetragen haben.
- Mit dem Ziel der Vereinsgründung hatten wir zum Stammtischtreffen am 23. April 2026 in den Dorfcontainer von Liers eingeladen. Nach gemeinsamer Überarbeitung des Satzungsentwurfs, einer Geschäftsordnung und von Leitlinien wurde die Satzung von 11 Gründungsmitgliedern verabschiedet und unterzeichnet. Drei Gründungsmitglieder fanden sich bereit, als Team den Vereinsvorstand zu bilden. Die Wahl der Vorstandsmitglieder erfolgte jeweils einstimmig. Den Vorstand bilden Michael Schmitz, Quiddelbach, Rudolf May, Ahrbrück und Helmut Breidenbach, Ahrweiler.
- Repaircafé-Termine für das 2.Quartal 2026 fanden am 8. und 28. Mai im Gemeindehaus in Lind statt. Bei beiden Terminen konnten wieder verschiedene Elektrogeräte repariert und einige Fahrräder wieder flott gemacht werden. Vielen Dank an das Repair-Team und die Versorger*innen mit Kaffee, Kuchen und Waffeln.
- Klima-Erlebnispfad: Der Auftrag zur Konzeptentwicklung wurde von der Verbandsgemeinde Altenahr, die für uns die Spendengelder aus dem Vortragsabend mit Sven Plöger zweckgebunden verwaltet, an die Firma Molitor (Berlin) erteilt. Am vergangenen Mittwoch, den 24. Juni, fand unsere Auftaktbesprechung mit Herrn Wildangel (Kurator) und Frau Gringmuth (Grafikdesign) statt. Interessierte, die sich an der Entwicklung und der Umsetzung des Konzeptes beteiligen möchten, sind dazu herzlich eingeladen. Meldet euch bei Jutta Pürling (0163-7355061) oder per EMail an klimastammtisch-ahr@web.de.
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Ausblick
Von wegen Sommerloch - die nächsten Termine stehen schon fest!
- Am Freitag, den 3. Juli haben wir gemeinsam mit Quartierhoch3 (Diakonie) die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz mit einer Wärmebildkamera zu einem Klimarundgang in Mayschoß eingeladen. Die eingesetzte Wärmebildkamera liefert uns Hinweise darauf, wie wir uns im eigenen Wohnumfeld effektiv vor zunehmender Sommerhitze schützen können. Eingeladen sind alle interessierten Bürgerinnen und Bürger, die ihr Wohnumfeld sommerfest machen möchten.
- Am Freitag, den 4. September, wird uns Günther Wischnewsky, stellvertretender Projektleiter, ab 17:00 Uhr das "Kalte Nahwärmenetz" vorstellen, das derzeit in Liers entsteht. Im Anschluß daran (ab 19:00 Uhr) laden wir zum nächsten Stammtischtreffen ein. Im Rahmen dessen werden wir die Gründungsmitglieder unseres am 23. April neu gegründeten Vereins formal zur ersten Mitgliederversammlung einladen. Nach erfolgter Vorabprüfung der bei der Gründungsversammlung beschlossenen Satzung durch Finanzamt und Amtsgericht soll über erforderliche Änderungen und Ergänzungen von den Mitgliedern abgestimmt werden. Damit sollte der Eintragung in das Vereinsregister und der Anerkennung der Gemeinnützigkeit nichts mehr im Wege stehen.
Zu dem Termin werden wir auch ein Formular für den Antrag auf Mitgliedschaft vorbereiten. Neue Mitglieder sind uns herzlich willkommen!
- Ende September planen wir gemeinsam mit der Energie- und Klimaschutzagentur eine Informationsveranstaltung zum Thema "Energetische Gebäudesanierung - mit klimafreundlichen Baustoffen doppelt gut für's Klima". Neben der Vermittlung sinnvoller Maßnahmen mit besonderem Fokus auf Altbauten wollen wir auch über die Verwendung nachhaltig und klimafreundlich produzierter Baustoffe informieren. Die im Gewerbegebiet Grafschaft ansässige Firma BioSol wird begleitend informieren und ausstellen. Als mögliche Termine haben wir den 24. oder den 30. September festgelegt. Welcher der beiden es wird sowie die Örtlichkeit werden wir in unserem Veranstaltungskalender mitteilen.
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Die derzeitige Hitzewelle bricht mal wieder Rekorde. Erstmals seit dem Beginn der Wetteraufzeichnungen werden in Südwestdeutschland bereits im Juni Temperaturen von über 40 Grad Celsius erreicht.
Das ist erst mal "nur" Wetter - wenn auch extrem.
Der Klimawandel zeigt sich darin, dass in Deutschland erst zehn Mal seit Beginn der Wetteraufzeichnungen die Höchstmarke von 40 Grad erreicht wurde. Neun Mal fand dies in den vergangenen 20 Jahren statt, nur ein Mal in den 120 Jahren davor (Quelle: Wettermoderator Benjamin Stöwe im ZDF-Morgenmagazin am 23. Juni).
Fazit: Extreme Hitzetage werden in Zukunft immer früher und immer häufiger auf uns zukommen. |
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Was haben Milliardäre mit Klima zu tun?
Dazu empfehle ich den jüngsten Beitrag der Treibhauspost zu lesen. Es geht dort um den aktuellen "Global Justice Report" des maßgeblich (34%) vom Europarat (mit-)finanzierten "Global Justice Project".
Die Autoren der Treibhauspost fassen dessen Ergebnisse anschaulich und in deutscher Sprache zusammen und illustrieren daraus die fünf wichtigsten ToDo's bis zum Jahr 2100.
Einige Anstriche daraus:
- Für Milliardäre läuft es seit einiger Zeit blendend. Von Wirtschaftskrise kann aus ihrer Sicht keine Rede sein: Seit 1987 hat sich die Zahl der Milliardäre mehr als verzwanzigfacht. Ihr Vermögen ist in den letzten sechs Jahren zudem um mehr als 80 Prozent gestiegen.
Wenn das Projekt Klimaneutralität scheitern sollte, dann nicht an den Milliarden Menschen im Globalen Süden, sondern an Milliardären und der Armut, die sie durch ihren Reichtum erzeugen.
- Wenn die Wirtschaft wächst, profitieren sehr reiche Menschen davon überproportional. Ihr Geld ist in unserer neoliberalen Wirtschaft mehr Wert als Arbeit. Das System ist so ausgelegt, dass Geld von unten nach oben verteilt wird, wodurch die Ungleichheit zunimmt.
- To-Do #1: Umverteilung stoppen durch die Einführung einer radikalen progressiven Vermögenssteuer
Wer zum Beispiel 2,2 Millionen Euro besitzt, würde darauf ein Prozent Steuer pro Jahr zahlen. Das ist insofern verkraftbar, als dass man auf dem Aktienmarkt mit einem durchschnittlichen Portfolio aktuell rund acht Prozent Rendite erzielen kann. Wer hingegen über 500 Millionen Euro besitzt, gehört laut Report zur „Milliardärs-Klasse“ und würde satte 20 Prozent Vermögenssteuer zahlen. Weltweit wären davon jedoch nur 29.000 Personen betroffen (das sind ungefähr so viele Menschen wie in Meckenheim wohnen). Durch Steuern auf Vermögen und Einkommen würden allein im ersten Jahr weltweit über 20 Billionen Euro frei.
- To-Do #2: Investieren, investieren, investieren
Statt diese 20 Billionen Euro einfach nur per Gießkannenprinzip auszuschütten, schlägt der Report vor, einen Teil davon wieder zu investieren: in ein Aktienportfolio, das unter anderem zur Energiewende beiträgt. Dadurch wäre für die Weltgemeinschaft eine langfristige Rendite gesichert – und gleichzeitig finanzielle Mittel für Klimaschutz.
- To-Do #3: Weniger produzieren
heisst: Weniger unnötige Sachen herstellen, um weniger Ressourcen auszubeuten. heisst: massiver Ausbau des Bildungs- und Gesundheitssystems. Bis zum Jahr 2100 sollen knapp die Hälfte aller Arbeitsstunden weltweit in diese beiden Bereiche fließen.
- To-Do #4: Go vegan
heisst: weniger Tiere essen. Die Autor*innen schlagen eine Reduktion des Fleischkonsums von insgesamt 25 Prozent bis 2100 vor, vor allem von rotem Fleisch. Da auch hier fair pro Kopf aufgeteilt wird, hieße das vor allem für den Globalen Norden, mehr Pflanzen zu essen. In den USA müsste der Konsum von rotem Fleisch um das Viereinhalbfache zurückgehen. Rinderhaltung alleine ist laut Report für insgesamt elf Prozent der globalen Treibhausgas-Emissionen verantwortlich.
- To-Do #5: Gleiche Arbeit für Frauen und Männer
In Deutschland liegt der Gender Pay Gap für Lohnarbeit aktuell bei 16 Prozent. Das heißt: Wenn ein Mann 100 Euro pro Stunde verdient, bekommt eine Frau für dieselbe Zeit und Arbeit nur 84 Euro. Rechnet man Care-Arbeit mit ein, landet man in reichen Ländern sogar bei einer Gehaltsdifferenz von 40 bis 50 Prozent. Daher sollen laut Report sollen Männer bis Ende des Jahrhunderts genauso viel Care-Arbeit leisten wie Frauen – und Frauen genauso viel Lohnarbeit wie Männer. Was nichts anderes hieße, als dass Männer ihre Arbeitszeit zu Hause mehr als verdoppeln würden.
Kurzes Fazit: Der Global Justice Report zeichnet eine Vision, wie die Welt innerhalb weniger Jahrzehnte zur gerechtesten Version ihrer selbst werden könnte. Er macht deutlich: Die Zukunft ist nicht aus Beton, sie ist gestaltbar. Und er stellt unmissverständlich klar: Klimaschutz kann gar nicht sinnvoll angegangen werden, ohne gleichzeitig die Verteilungsfrage zu lösen. "Wer Klimaschutz sagt, muss auch Klassenkampf meinen. Einen Klassenkampf gegen ein Meckenheim voller Milliardäre. Alles andere wäre naiv." |
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