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Kalte Nahwärme in Liers – Technik und Wärmewende vor Ort

Wie kann eine klimafreundliche Wärmeversorgung auf dem Land funktionieren? Ein konkretes Beispiel dafür entsteht derzeit im Hönninger Ortsteil Liers. Dort bauen Bürgerinnen und Bürger ein „Kaltes Nahwärmenetz“ auf. Der KlimaStammtisch Ahr hatte deshalb zu einem Vor-Ort-Termin eingeladen.

Der stellvertretende Projektleiter Günther Wischnewski erläuterte den interessierten Teilnehmerinnen und Teilnehmern, wie das System funktioniert und welche Voraussetzungen dafür notwendig sind. Anders als bei herkömmlichen Wärmenetzen wird das Wasser in den Leitungen nicht stark erhitzt. Es hat im Netz eine Temperatur von etwa 13 Grad Celsius. Die Wärme stammt aus Erdbohrungen und wird über das Leitungsnetz zu den angeschlossenen Häusern transportiert.

Dort übernehmen Wärmepumpen die weitere Erwärmung. Sie heben die Temperatur auf das für Heizung und Warmwasser benötigte Niveau an. Ein Vorteil gegenüber Luft-Wärmepumpen: Auch im Winter muss die Wärmepumpe nicht auf die dann oft sehr kalte Außenluft als Wärmequelle zurückgreifen. Die Sole im Leitungsnetz kann aufgrund ihrer höheren Wärmekapazität bezogen auf das Volumen deutlich mehr Wärme transportieren als Luft. Dadurch steht eine vergleichsweise konstante Wärmequelle zur Verfügung. Wird für den Betrieb der Wärmepumpen erneuerbarer Strom eingesetzt, kann die Wärmeversorgung besonders klimafreundlich erfolgen.

Bei der anschließenden Besichtigung der Baustelle konnten sich die Teilnehmenden ein Bild vom aktuellen Stand der Arbeiten machen und Fragen direkt vor Ort klären.

Besonders bemerkenswert ist der bürgerschaftliche Ansatz des Projekts: Es wurde von Bürgerinnen und Bürgern für Bürgerinnen und Bürger initiiert und umgesetzt. Liers zeigt damit beispielhaft, wie die Wärmewende vor Ort gestaltet werden kann.

Der KlimaStammtischAhr bedankt sich bei Günther Wischnewski für die fachkundigen Erläuterungen sowie bei allen Teilnehmenden für das Interesse und den offenen Austausch.