Gut gefüllt war die Alte Schule in Mayschoß, als Doris Schmitten aus Insul und Carl-Philip Löhr aus Adneau auf Einladung des Klimastammtischs Ahr über ihre Erfahrungen mit Permakultur berichteten. Die beiden Referenten zeigten eindrucksvoll, wie vielseitig, praxisnah und zugleich naturnah sich diese Form des Gärtnerns umsetzen lässt.

Für Doris Schmitten steht die Selbstversorgung im Mittelpunkt – verbunden mit dem Ziel, die Artenvielfalt zu fördern. „Nachhaltigkeit ist für mich das Wichtigste. Gleichzeitig soll mein Garten ästhetisch und lebendig sein, schließlich verbringe ich viel Zeit darin und möchte mich dort wohlfühlen“, beschreibt sie ihren Ansatz. Die Permakultur bietet dafür den passenden Rahmen: Pflanzen beobachten, natürliche Zusammenhänge erkennen und daraus die richtigen Schlüsse ziehen. Ein Grundprinzip ist der ständig bedeckte Boden – durch Mulch oder große Gemüsepflanzen. Das erspart das Umgraben, schützt die Bodenkultur und hält Nährstoffe im Kreislauf. „ Ausser dem Gemüse sollte möglichst nichts hinausgetragen werden – alles bleibt im System“. Auch bunte Mischpflanzungen sind ein Vorteil: Sie erhöhen die Diversität und verhindern, dass Schädlinge sich überhaupt etablieren.
Carl‑Philip Löhr betreibt in Adenau auf rund 1.400 Quadratmetern ein Market‑Gardening‑Projekt. Von Mai bis November versorgt er etwa 20 Familien mit Gemüsekisten im Abo und bietet zusätzlich frisches Gemüse in seinem Hofladen an. Er setzt auf eigene Jungpflanzenanzucht, arbeitet ohne große Maschinen und nutzt Mischkulturen, die platzsparend und pflanzengesund wachsen. Gedüngt wird ausschließlich natürlich – mit Jauchen, selbst angesetztem Kompost und viel Mulch. „Die Würmer erledigen den Rest und wandeln das Material schnell in wertvollen Dünger um“, erklärt Löhr. Das fördert den Humusaufbau und schafft eine stabile Grundlage für gesundes Wachstum.
Mulch ist zudem ein entscheidender Helfer in den immer heißer werdenden Sommern: Er beschattet den Boden, hält Feuchtigkeit zurück und reduziert den Gießaufwand deutlich. Wichtig ist jedoch der richtige Zeitpunkt – erst ab Mai/Juni, wenn die Böden warm genug sind, beginnt der gewünschte Verrottungsprozess.

Referent und Referentin berichteten so anschaulich und leidenschaftlich von ihren Gärten, dass viele der Anwesenden direkt Lust bekamen, selbst loszulegen – zumindest mit der ersten Aussaat auf der Fensterbank. Im Anschluss nutzten die Besucher die Gelegenheit, Fragen zu stellen und sich über ausgelegte Bücher und Broschüren auszutauschen.

